Arbeitspaket 2

Ein Modell (Computersimulation) eines grenzüberschreitenden Energieversorgungssystems Emmen-Haren wird entwickelt, mit dem die Energieszenarien bewertet werden können. Dazu gehören ein Basismodell, Anpassungen und Bewertungen des Modells anhand verschiedener Parameter und die konzeptorientierte Integration von Speichertechnologien.

Konzeptintegration von Speichertechnologien

Energiespeicherung ist ein wesentliches Element zur Unterstützung des Übergangs zu einem CO₂-freien Stromnetz. Um die Energiewende zu sichern und die Verbreitung Erneuerbarer Energien zur Stromversorgung zu gewährleisten sind Energiespeicher unerlässlich. Der Übergang zu einer CO-reduzierten Stromversorgung ist ohne stabile und flexible Anlagen, die eine Synchronisierung zwischen der Erzeugung Erneuerbarer Energie und dem Energieverbrauch realisieren, nicht denkbar. Energiespeichersysteme sind für die Bereitstellung von Flexibilitätsdiensten auf allen Ebenen des Stromnetzes von Bedeutung, da sie Übertragungs- und Verteilnetze effizienter machen.

Eine der etablierten Möglichkeiten der Energiespeicherung – insbesondere im Bereich der Elektromobilität – ist die Lithium – Ionen – Batterie. Auf den Faröer Inseln ist bereits ein erstes voll kommerzielles Lithium-Ionen- Energiespeichersystem in Kombination mit einem Windpark umgesetzt worden.

Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur Verstetigung von Windenergie
Agrowea plant in Haren im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes zur Verstetigung von Windenergie einen Bürgerwindpark verbunden an ein Speicherfeld (cec), der nicht nur durch die berechneten 180.000 MWh zur Selbstversorgung der Stadt Haren beitragen soll, sondern auch durch zwei neue Speichereinheiten für die Verstetigung von überschüssigen Strom zu Spitzenzeiten sorgen will. Ein Batteriespeicher aus Lithium-Ionen-Batterien mit 4 MW Leistung und einer Kapazität von 4 MWh soll für das kurzfristige Abfangen von Leistungsspitzen und -senken sorgen und somit die Einspeisung des Parks ins Netz verstetigen. Zusätzlich soll ein Elektrolyseur mit 2+2 MW Leistung über die kurzfristige Speicherung hinaus Stromüberschüsse in Wasserstoff umwandeln und ins Erdgasnetz einspeisen. Ein Energiemanagementsystem soll die Speicherung für die Eigenversorgung der Stadt Haren zukünftig optimieren.

Energie als Ausgangspunkt zur Förderung integraler grenzüberschreitender Gebietsentwicklung
Unter dem Motto “Grenzüberschreitende Chancen der Energiewende” ist Agrowea fester Bestandteil des SEREH Projektes, das als Konzept eine nachhaltige Energieversorgung innerhalb der Grenzregion Deutschland und den Niederlanden vorsieht.

Durch die Entwicklung eines regionalen, grenzüberschreitenden Energieaustausches mit Hilfe einer intelligenten Netzsteuerung sollen die Erträge der regional produzierten Energie auch in der Region verbleiben und möglicherweise auch die Bildung von energy communities fördern. Auch dem Wirtschaftsfaktor Energieversorgung zu günstigen Preisen, der zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen wird, kommt im Projekt eine tragende Rolle zu. Denn zur Bekämpfung des Klimawandels werden Marktinstrumente wie u.a. eine Co₂- Bepreisung unter Ökonomen als alternativlos angesehen.

Ausblick
Über den zweifellos vorhandenen physikalischen, chemischen und technischen Möglichkeiten hinaus ist es ganz klar eine Frage des politischen Willens, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen. Momentan ist sowohl Deutschland als auch die Niederlande weit davon entfernt, die Zielvorgaben der Weltklimakonferenz einzuhalten.

Agrowea sieht SEREH als einen Schritt in die richtige Richtung, sich einem der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit auf regionalem Niveau anzunehmen. Die Konzeptintegration von Speichertechnologien zu volatiler Erneuerbarer Energiequellen, kann ein Beispiel abgeben, wie Marktwirtschaft nachhaltig klimafreundlich mit Wissen interagiert.